Presse
Hiddensee-Inselnachrichten, Ausgabe September 2009
Fünf Fragen an den Galeristen Stefan Westphal, Herausgeber der „Edition Hiddensee“
Herr Westphal, 2007 wurde von dem Kunstsammler und Arzt Dr. Dietmar Peikert, die „Edition Hiddensee“ gegründet. Es erschien im Jahre 2008 eine hochwertige Sammelmappe mit Grafiken von 10 Künstlern u. a. solch renommierter Künstler wie Günter Grass, Helge Leiberg, Dieter Goltzsche und Harald Metzkes. Seit dem Frühsommer 2009 führen Sie die Edition weiter. Wie kam es zu dem Wechsel?
Bei mir gab es im Mai 2008 eine berufliche Veränderung. Nach fast 18 Jahren als Angestellter im Kunsthandel brachte es die Situation auf dem Arbeitsmarkt mit sich, den Sprung ins kalte Wasser, sprich in die Selbständigkeit, zu wagen. Ein Projekt war seinerzeit der Artserver, die Mitteldeutsche Kunstauktion und die Edition Hiddensee kamen dann relativ schnell dazu. Herr Dr. Peikert, der mit der Gründung der Edition von Anfang an im Visier hatte, diese als Idee umzusetzen und nach erfolgreichem Anlaufen dauerhaft in die Hände eines Kunsthändlers zu legen, wollte sich zu diesem Zeitpunkt wieder verstärkt auf seinen eigentliche Tätigkeit als Arzt konzentrieren. Wir kannten uns aus der Galerieszene und als er mich auf die Edition ansprach, sagte ich zu. Er hatte ja mit den ersten zehn Blättern und einem schönen Katalog eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen. Und auch das Netzwerk rund um die Edition war sehr gut, so dass man gut auf die Strukturen aufsatteln konnte. Es verbinden mich einige schöne „Jugenderinnerungen“ mit der Insel, so dass mir die Entscheidung nicht schwer gefallen ist. Da ich mit Dr. Peikert schon allein durch die bestehenden Berliner Kontakte weiterhin freundschaftlich verbunden bin und ihm das Fortbestehen der Edition sehr am Herzen liegt, werden meine zukünftigen Editions-Projekte gemeinschaftlich mit ihm geplant werden.
In diesem Jahr erschienen, bereits von Ihnen herausgegeben, in der „Edition Hiddensee“ zwei neue Blätter, Grafiken von Kathrin Schötz und Johannes Heisig, die auch in der Juli- und Augustausgabe der „Hiddensee Inselnachrichten“ vorgestellt wurden. Zwei weitere Künstler sind angekündigt. Wird die Edition zukünftig in loser Folge fortgeführt und nach welchen Kriterien suchen Sie die Künstler aus?
Ziel ist es, die Edition mit mindestens 3 und maximal 5 grafischen Blättern im Jahr fortzusetzen. Allerdings steht zu jeder Zeit die Qualität im Vordergrund. Werden es mal weniger, dann ist das auch nicht so schlimm. Mit den Künstlern ist das wie bei allen Projekten eine sehr spezielle Sache. Es gibt sehr viele Anfragen, ich habe natürlich viele eigene Wünsche auf den Zettel. Generell müssen sie in das Projekt passen, sich also mit der Insel identifizieren und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen akzeptieren.
Die 10 Grafiken der Erstausgabe waren streng limitiert in einer Auflage von je 65 Blatt erschienen und werden zu einem Preis von 192 EUR pro Grafik verkauft. Wie sehen diesbezüglich Ihre Vorstellungen für die Zukunft aus?
Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Herr Dr. Peikert hat seinerzeit die ganze Edition ja mit eigenem Geld angeschoben, hat es geschafft, auch das ganze Umfeld von seinem Förderprinzip zu überzeugen. Alle Beteiligten haben mit spitzen Stift gerechnet und teilweise zum Selbstkostenpreis gearbeitet Es war das Projekt eines begeisterten Idealisten. Die Edition soll Botschafter Hiddensees sein und die Blätter zu Preisen angeboten werden, die eine große Verbreitung garantieren. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber auch hier der Alltag eingekehrt, die Produktionskosten haben sich erheblich verändert. Papier, Material und die Stundenlöhne der Drucker sind im Preis gestiegen. Wenn wir wirtschaftlich bleiben wollen, und bei aller Liebe zur Kunst müssen wir das, werden wir in absehbarer Zeit den Verkaufspreis anpassen müssen. Allerdings wird weiter sehr knapp kalkuliert und die Preise werden in der Regel auch weiterhin unter den üblichen Galeriepreisen liegen. Zielgröße ist ein Netto-Verkaufspreis von 220 Euro bis 250 Euro für die Einzelblätter.
Bei etwas reduzierter Auflage von dann ungefähr 30-40 Exemplaren.
Als Bonbon haben wir uns aber ein Abo-System überlegt, das es den Sammlern dauerhaft ermöglicht, zum ursprünglichen Preis von 180 Euro + Mehrwertsteuer zu kaufen. Wir arbeiten gerade an den Details und werden das dann entsprechend kommunizieren.
Sie haben eine Kunstgalerie in Berlin und sind einer der Geschäftsführer der Internetgalerie „GermanArtServer Ltd“ (www.artserver.de). Wie ist die „Edition Hiddensee“ diesbezüglich in den Galeriebetrieb eingebunden?
Die kleine Galerie im Prenzlauer Berg, die es jetzt seit Anfang 2009 gibt, ist natürlich ein wichtiges Hilfsmittel für die Edition. Die Blätter können hier jederzeit angeschaut werden, sie ist Anlaufpunkt für die Künstler und Sammler. Wir haben im Juni in den Räumen alle Blätter zum ersten Mal außerhalb von Hiddensee präsentiert. Das wollen wir auch jeweils beim Erscheinen von neuen Blättern beibehalten. Übrigens jeweils ergänzt mit Originalen von den beteiligten Künstlern. Da die Edition auch einen eigenen Internetauftritt hat, nutzen wir natürlich die Erfahrungen und die vorhandene Strukturen des etwas älteren Artserver. Schließlich haben wir ja hier ein mit dem Medium „Internet“ vertrautes Publikum in der Kartei. Somit können wir das Vertrauen für das neue Projekt nutzen, das wir uns über einige Jahre auf einem schwierigen Markt erworben haben.
Eine letzte Frage. Wenn ich eine Grafik der „Edition Hiddensee“ erwerben möchte, aber keinen Internetanschluss habe, wo kann ich die Grafiken besichtigen und kaufen?
Keinen Internetanschluss? Gibt es das denn noch? Nein, natürlich geht es auch ohne Internet. Im Moment zum Beispiel ist die Edition Sommergast im Kunstpavillon in Eisenach. Dort hängen noch bis Ende September alle grafischen Blätter und die vorhin erwähnten Originale. Das soll in den kommenden Jahren Tradition werden: die Edition als Sommergast „on Tour“ in Deutschland. Und natürlich würde es mich freuen, in zwei oder 3 Jahren mit einer dann ja wesentlichen größeren Ausstellung zurück zu den Wurzeln zu gehen. Eine Präsentation auf Hiddensee…..
Parallel zu allen Aktivitäten gibt es aber jederzeit Gelegenheit im Berliner Prenzlauer Berg. In der Galerie Stefan Westphal.
Die Zeit scheint still zu stehen
Eisenach. (tlz) Der Kunstpavillon in Eisenach wird zwei Jahre nach der Eröffnung immer renommierter und vielfältiger. Im ehemaligen Museum des Automobilwerkes Eisenach (AWE) hat der Metallkünstler Peter Schäfer ein "Zentrum für Gegenwartskunst" entstehen lassen, in dem neben Ausstellungen auch Diskussionsrunden, Kunstauktionen und Projekte stattfinden. Jetzt ist ein neuer Ausstellungsraum als "Petit Kabinett" entstanden. Zur Eröffnung mit der "Hiddensee-Edition" ist Schäfer wieder ein Glücksgriff gelungen, denn die Bilder sind erst zum dritten Mal öffentlich zu sehen. Besonders eindrucksvoll ist eines der neuesten Werke: Johannes Heisig zeigt auf der Lithografie "Hochufer" eine aufs Meer schauende Frau, die dem Zauber der Ostsee-Insel sichtlich verfallen ist.
Die außergewöhnliche Atmosphäre von Hiddensee ist auf allen Bildern zu spüren. In der Galerie scheint die Zeit still zu stehen - der Betrachter der Bilder wird in eine fast unwirklich wirkende Welt entführt, die Harmonie und Ruhe ausstrahlt. Die Grafik "Inselblick" von Günter Grass wirkt verträumt, Harald Metzkes "Die Netzflicker" zeigt eine Idylle mit stillender Mutter und Helge Leibergs "Hommage an Palucca" ist ebenso expressiv und emotional wie der Tanzstil der ehemaligen Inselbewohnerin. Eine außergewöhnliche Geschichte hat das Blatt "Hockende am Strand" von Max Kaus: Die Druckplatte war im Krieg zerstört worden und die Grafik ist dank eines Abdrucks entstanden. Sie gilt in Kunstkreisen als wichtiges Beispiel der beginnenden Moderne.
Neben den Editions-Grafiken sind weitere Bilder der Künstler zu sehen. So wirken Torsten Schlüters Hiddensee-Impressionen wie eine Fata Morgana, die plötzlich auftaucht und ebenso schnell wieder verschwindet. Solche Gemälde sind auch bei Heisig als "Nebenprodukt" seiner Arbeit für die Edition entstanden: Zwei stimmungsvolle Ölbilder beweisen, dass sich der Maler ebenso wie viele Künstler vor ihm in die Insel verliebt hat. "Er ging erst nüchtern an die Arbeit und war dann voller Elan dabei", erzählte Stefan Westphal zur Eröffnung der Ausstellung. Er hat die Edition von Dietmar Peikert übernommen, der die Tradition der Insel fortsetzen und wieder Künstler mit einem hohen Niveau anlocken wollte. In der Nazizeit seien die zu Beginn der Moderne zahlreich vertretenen Künstler vertrieben worden, zu DDR-Zeiten habe der Quartier-Mangel ein Wiederaufleben der Tradition verhindert, so Peikert in Eisenach.
Bisher sind für die Edition zwölf Blätter entstanden, weitere drei kommen dieses Jahr dazu. Die Künstler werden durch Übernahme der Kosten für die Grafiken unterstützt - und die Betrachter der Bilder bekommen auf diese Weise eine kurze Reise nach Hiddensee geschenkt.
Kunstpavillon Eisenach, Di-So 11-17 Uhr; www.edition-hiddensee.de
17.08.2009 Von Susanne Sobko
Inselnachrichten August 2009

Inselnachrichten Juli 2009

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Novemberausgabe der "Hiddensee Inselnachrichten", Seite 3, "Kurz berichtet"
Kunsthistorisches Museum erwarb Hiddensee-Edition
Das Kunsthistorische Museum Stralsund hat eine komplette Mappe der 1. Hiddenseer Grafikedition erworben. Die Grafikedition umfasst Arbeiten von zehn Künstlern, die seit Mai 2008 im Gerhart-Hauptmann-Haus zu besichtigen ist. Wegen des großen Interesses wurde die Ausstellung bis Frühjahr 2009 verlängert. Anlässlich der Grafikausstellung wurde ein gut gestaltetes Katalogbuch herausgegeben. Der Erlös aus dem Verkauf des Kataloges kommt dem Gerhart-Hauptmann-Haus zu dessen Unterstützung zugute. |
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Inselnachrichten Juni 2008 - ein Artikel von Barbara Franck
Es wäre dem Hausherrn eine Freude
Die Kunstedition Hiddensee zu Gast im Gerhart-Hauptmann-Haus
Am 2. Mai 2008 wurde im Gerhart- Hauptmann-Haus in Kloster zu einer Vernissage geladen. An dem Abend wurde die neu gegründete "Kunstedition Hiddensee" mit zehn Grafiken von zehn Künstlern das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Kreuzgang des Gerhart-Hauptmann- Hauses, der den älteren Hausteil mit dem Abendzimmer und der Bibliothek Hauptmanns verbindet, werden für sechs Monate die Arbeiten der Künstler der ersten "Edition Hiddensee" zu sehen sein. Die Leiterin des Hauses, Frau Franziska Ploetz, erinnerte bei der Begrüßung die zahlreich erschienenen kunstinteressierten Gäste auf der Terrasse des Gerhart- Hauptmann-Hauses daran, dass Gerhart Hauptmann den Bildenden Künsten Zeit seines Lebens äußerst aufgeschlossen gegenüber stand. Hauptmann hatte selbst einige Zeit Bildhauerei studiert bevor er sich ganz der Schriftstellerei verschrieb und auch in seinem engsten Freundeskreis waren Maler und Bildhauer zu finden. |
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Mai 2008 (Ostseezeitung)

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FAZ vom 11. Dezember 2007:
Beitrag über die Edition Hiddensee in der Rubrik UPDATE von Frank Pergande:
"Wenn die Herren Künstler sagen, es ist ein besonderer Ort, dann wird es schon ein besonderer Ort sein: Grafik für die Insel Hiddensee" Auszüge: …Dietmar Peikert will zunächst aber den Ruf der Insel mehren durch eine Grafiksammlung, die "Hiddensee-Edition" (www.hiddensee-edition.de). Die ersten zehn Blätter liegen jetzt vor. Günter Grass ist dabei mit einem Blatt "Inselblick", einem Druck nach einer Rötelzeichnung von 1989. Grass' Frau stammt von der Insel , er selbst war schon oft da. Vertreten sind auch Harald Metzkes, Sabine Curio, Dieter Goltzsche, Helge Leiberg, Werner Liebmann, Reinhard Muschik, Torsten Schlüter und Ruth Tesmar. Sie alle haben eine enge Beziehung zu Hiddensee. Eine kleine kunsthistorische Entdeckung ist auch dabei, ein posthumes Hiddensee-Blatt "Die Hockende" des Spätexpressionisten Max Kaus (1891 bis 1977). Seine in Berlin lebende Witwe stellte die Zinkplatte zur Verfügung, von der es 1922 nur einen Probedruck gegeben hatte… dann werden auch alle Blätter der Edition im sogenannten Kreuzgang des Hauptmann-Hauses zu sehen sein… "Als ich die Blätter zum ersten Mal sah, freute ich mich darüber, dass bei allen Künstlern das Wasser zu sehen war", erzählt Dietmar Peikert. |
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Grass wirbt für Hiddensee (OZ vom Mittwoch, 22. August 2007)
Kloster/Hiddensee (OZ/Kr) Literaturnobelpreisträger Günter Grass übergab gestern im Gerhart-Hauptmann-Haus in Kloster dem Gründer der neuen Edition Hiddensee, Dietmar Peikert, seine Zeichnung "Inselblick". Der Schriftsteller und Grafiker will damit das Anliegen des Herausgebers unterstützen, "künstlerische Aktivitäten auf der Insel anzuregen und zu fördern". Grass hat durch seine Frau, die hier geboren wurde, eine langjährige Beziehung zur Insel. "Ich bin von der Landschaft fasziniert", sagte er. "So sind Zeichnungen und Lithografien entstanden." Neben Grass wurden bisher zehn Grafiker in die Edition aufgenommen.
Am Abend las Günter Grass in der überfüllten Inselkirche aus seinem Erinnerungsband "Beim Häuten der Zwiebel" und aus dem Gedichtband "Dummer August", in dem er sich mit dem Streit um seine kurze SS-Mitgliedschaft auseinandersetzt. |
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Günter Grass besucht "Sötes Länneken" Rostock (OZ vom Mittwoch, 15. August 2007)
Günter Grass besucht am 21. August die Insel Hiddensee. Dort übergibt er dem Verleger und Arzt Dr. Dietmar Peikert eine Grafik für die Edition Hiddensee. Diese neu gegründete Publikation vereint Kunstwerke mit der Inselthematik, die vor allem über das Internet (www.edition-hiddensee. de) zu beziehen sind. Grass hat sich auch als Grafiker einen Namen gemacht. Mit ihm beteiligen sich weitere Künstler an der Edition. Deren Gründer Peikert möchte damit das "Söte Länneken" (Süßes Ländchen) wieder stärker "in das Licht der künstlerischen Öffentlichkeit rücken" und der Insel damit ein Stück der alten Identität als Künstlerkolonie zurückgeben. |
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Inselnachrichten Juni 2007
Das aktuelle Interview
mit dem Arzt Dr. Dietmar Peikert über die von ihm ins Leben gerufene »KUNSTEDITION HIDDENSEE«.
Inselnachrichten: Herr Dr. Peikert, seit kurzem hört man von einer EDITION HIDDENSEE, die Sie gegründet haben.
Was muss man sich darunter vorstellen?
Dr. Peikert: Mein persönlicher Eindruck ist, als langjähriger Inselliebhaber, dass diese wunderschöne Insel seit einiger Zeit mit einer Orientierungslosigkeit zu kämpfen hat. Ich meine dabei nicht die Tatsache, dass jene wunderbare Landschaft immer bei vielen Besuchern Begeisterung hervorrufen wird und jedes Jahr viele Besucher anlockt – daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern. Ich glaube jedoch, dass in den vergangenen Jahren die Ausrichtung auf einen speziellen und bei Hiddensee sehr zahlreichen Besuchertyp vernachlässigt wurde. Ich meine die Kunstliebhaber, die historisch interessierten Gäste, kurzum die Gäste aus den Reihen des interessierten Bildungsbürgertums. Ich bin mir sicher, dass sie einen nicht unerheblichen und trotzdem oft unscheinbaren Anteil der Besucher darstellen. Sie sind es jedoch gewesen, die schon in den letzten hundert Jahren die Kultur und Kunst auf die Insel getragen haben. Und sie sind es, die heute noch nach diesen Spuren suchen. Vernachlässigt man in den kommenden Jahren diesen Besuchertypus, so wird Hiddensee viele seiner Gäste verlieren.
Inselnachrichten: Was hat aus ihrer Sicht die Edition Hiddensee mit dem Bildungsbürgertum auf Hiddensee zu tun?
Dr. Peikert: Aus meiner Sicht sehr viel. Ein bekannter Politiker, es war Helmut Schmidt, hat vor Jahren einmal den Spruch geprägt: »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen«. Das ist für mich ein Beispiel für eine Art von Hoffnungslosigkeit, die leider auch von politischer Seite in diesem Land verbreitet wird. Ich möchte mit der Gründung der EDITION HIDDENSEE helfen, eine kleine Vision umzusetzen. Es ist die Vision, Hiddensee auch wieder stärker in das Licht der künstlerischen Öffentlichkeit zu rücken und ihr damit ein Stück der alten Identität als Künstlerkolonie zurückzugeben. Ich glaube, dass viele mit mir in dieser Frage einer Meinung sein werden.
Inselnachrichten: Wie will Ihrer Meinung nach die Edition Hiddensee diesen Beitrag leisten?
Dr. Peikert: Es kann sich hier natürlich nur um einen kleinen Baustein der Kunstförderung für Hiddensee handeln. Es ist ein Anfang, der gerade jetzt Sinn macht, wo viele Vorhaben auch von Seiten der »Insel Information Hiddensee« erfreulicherweise angepackt werden – ich denke hier nur an die Ausstellung zum 50.Todestag von Elisabeth Büchsel. Ich möchte mit der Edition erreichen, dass Künstler und Kunstliebhaber gleichermaßen über das Inselthema an Hiddensee und seine Kunstgeschichte erinnert werden. Erstere von beiden setzen sich über die Edition mit der Insel thematisch in ihrem entstehenden Werk auseinander und letztere erhalten die Gelegenheit ein Stück neuer, sammelwürdiger Inselgeschichte in Form einer Grafik aus der Edition bei sich zu Hause aufzubewahren. Somit erreicht der Editionsgedanke, dass Hiddensee – wie schon einmal vor 1933 – über die Kunst das kulturelle Festland erreicht.
Inselnachrichten: Wie wollen Sie nun im einzelnen Ihre Ziele umsetzen?
Dr. Peikert: Meine Aufgabe ist es an erster Stelle, Künstler für den Editionsgedanken zu gewinnen. Dabei geht es mir als Verleger nicht um Förderung im Sinne von Masse, sondern um künstlerische Qualität. Ich möchte versuchen, dass wir an die namhafte Vorgeschichte der Insel anknüpfen können. Dazu bedarf es der Überzeugungsarbeit bei den Künstlern, sich an so einem Fördervorhaben. zu beteiligen. Die Edition übernimmt die Druck und Herstellungskosten der Grafiken zur Entlastung der Künstler und schafft damit die Grundlage, dass die entstehenden Originalgrafiken für einen erschwinglichen Preis (der deutlich unter dem Kunstmarktpreis liegen wird), der Öffentlichkeit angeboten werden können. In ausgewählten Fällen fördern wir einen Studienaufenthalt der Künstler auf der Insel. Die Edition sorgt für die Verbreitung, die Werbung, die Öffentlichkeitsarbeit und, wie bereits geplant, auch für die Präsentation der Grafiken in einer Ausstellung. Ich freue mich auch besonders, so prominente Teilnehmer wie Herrn Günter Grass für das Vorhaben gewonnen zu haben. Ein Highlight für Kunstkenner wird die postume Herausgabe einer der begehrten Hiddensee-Lithografien von Max Kaus aus dem Jahre 1920 sein.
Inselnachrichten: Wie weit ist Ihre Arbeit vorangeschritten und wie kann man als Interessent an die Grafiken der Kunst-Edition gelangen?
Dr. Peikert: Wir haben uns entschlossen, in erster Linie den Vertriebsweg über das Internet zu nutzen. Auf der Internetseite www.edition-hiddensee.de - die auch über die offizielle Inselseite www.seebad-hiddensee.de zu erreichen ist, sind bereits die ersten fertigen Grafiken von Günter Grass, Max Kaus, Torsten Schlüter, Reinhard Muschik und Harald Metzkes zu bewundern und natürlich auch bereits zu bestellen.
Inselnachrichten: Herr Dr. Peikert, wir wünschen Ihnen bei der Umsetzung Ihres Vorhabens viel Glück!
Dr. Peikert: Ich danke Ihnen und würde mich freuen, wenn wir mit der Edition auf ein breites Interesse stoßen würden. |
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Archiv:
Es wäre dem Hausherrn eine Freude
Die Kunstedition Hiddensee zu Gast im Gerhart-Hauptmann-Haus
Inselnachrichten Juni 2008 (6 MB) -->

Dr. Dietmar Peikert und Günter Grass

"Ich bin von der Landschaft fasziniert", sagt Günter Grass
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